Bikegeflüster

Pinarello Dogma X im Test – Endurance kann auch schnell

Pädu war zu Besuch bei Pinarello in Treviso und konnte das neue Dogma X direkt vor Ort kennenlernen und ausgiebig testen. Seine Eindrücke und was das neue Endurance-Bike auf der Strasse kann, gibt’s im Testbericht.

Am 10. Juli wurde das neue Dogma X am Hauptsitz von Pinarello in Treviso vorgestellt. Pädu war vor Ort, konnte das neue Endurance-Bike aus nächster Nähe begutachten und natürlich auch auf Herz und Nieren testen.

Das neue Dogma X hat mit seinem Vorgänger nicht mehr allzu viel gemeinsam. Es läuft zwar weiterhin in der Endurance-Kategorie – also einer Kategorie von Bikes, die für Komfort, breitere Reifen, entspanntes Fahren und Spass auf langen Distanzen steht. Das neue Dogma X ist da aber ein bisschen anders – zum Glück.

Es fährt auf 32 mm breiten Reifen von Continental, wobei maximal 35 mm möglich sind. Die Geometrie ist im Vergleich zur Rennmaschine Dogma F etwas kürzer im Oberrohr und höher im Steuerrohr. Mit den neuen X Stays 2.0 wurde zudem gezielt mehr Komfort im Heck geschaffen.

Viel Dogma F im Dogma X

Das Frameset wird aus der neuen Torayca MX40 Carbonfaser gefertigt – genau der gleichen Faser, die auch beim Dogma F zum Einsatz kommt. Sie ermöglicht Leichtbau bei gleichzeitig sehr hoher Steifigkeit. Auch das einteilige Carbon-Cockpit und die Carbon-Aero-Sattelstütze sind identisch mit denen des Dogma F.

Aufgebaut werden kann das Dogma X mit den Top-Gruppen von Shimano, SRAM und Campagnolo sowie Laufrädern von DT Swiss, Princeton oder Campagnolo.

Nun aber zu unserem Testbike: Dieses kommt mit einer SRAM RED AXS Gruppe inklusive Powermeter, kombiniert mit dem Zipp NSW 454 Laufradsatz – dem gleichen Laufradsatz, den auch das Q36.5 Pro Cycling Team auf seinen Pinarello fährt.

Damit ist das Dogma X für diese Kategorie erstaunlich leicht: 7.1 kg können sich sehen lassen!

Komfort trifft Sportlichkeit

Draufsitzen und wohlfühlen – das ist der erste Eindruck.

Was ebenfalls sofort auffällt: Mit etwa der Hälfte der möglichen Spacer unter dem Cockpit fühlt sich die Sitzposition schön sportlich an, ohne zu lang oder mit zu grosser Sattel-Lenker-Überhöhung auszufallen.

Und dann wird in die Pedale getreten. Mit Polizeieskorte rollt die Testgruppe zunächst gemütlich aus Treviso und spürt auf dem Kopfsteinpflaster bereits den Komfort der 32 mm breiten Reifen.

Kaum raus aus der Stadt, kann Tempo gemacht werden. Dabei fällt sofort auf, wie steif das Tretlager ist. Die Kraft wird direkt umgesetzt, das Bike geht nach vorne und hält mit den hohen Zipp-Laufrädern das Tempo hervorragend.

Auf den teilweise schlechten Strassen und den bewusst eingebauten Schotterabschnitten fährt sich das Dogma X angenehm und komfortabel, ohne sich dabei zu weich anzufühlen.

Ganz im Gegenteil: Das Bike fühlt sich extrem spritzig an, das Handling ist direkt und sehr präzise – fast wie bei einem Rennpferd. Von Trägheit aufgrund der breiteren Reifen oder der Endurance-Geometrie keine Spur.

Das zaubert Pädu das erste Grinsen ins Gesicht.

Bergauf – und natürlich wieder runter

Im ersten längeren Anstieg machen sich das geringe Gewicht und erneut das steife Tretlager bemerkbar. Die Kraftübertragung ist direkt und das Dogma X klettert ausgesprochen leichtfüssig.

Im steilen Anstieg setzt irgendwann nur noch der Fahrer das Limit.

Und wenn es raufgeht, geht es bekanntlich auch wieder runter. Laut Fausto Pinarello ist das Dogma X das beste Bike im Downhill.

Marketing? Vielleicht.

Aber siehe da: Fausto hatte nicht ganz unrecht. Das Dogma X fährt sich bergab sehr sicher, präzise und mit viel Kontrolle. Einzig bei sehr schnellen, kurvigen Abfahrten spüren schwerere Fahrer wie Pädu, dass es noch steifere Bikes gibt.

Auch hier überzeugt das Cockpit mit seiner gelungenen Ergonomie und vermittelt viel Sicherheit und Kontrolle.

Pädus Fazit

Das neue Dogma X gehört für uns zu den spannendsten neuen Bikes der Saison 2027 – und aktuell definitiv auch zu Pädus Lieblingsbikes.

Sehr schnell, direkte Kraftübertragung, spritzig und präzise: genau so, wie sich ein schnelles Rennrad anfühlen soll. Und genau das sorgt für richtig viel Fahrspass.

Dazu kommt die aus Pädus Sicht sehr gelungene Geometrie. Sie schafft den perfekten Mix zwischen Komfort und Sportlichkeit und ermöglicht es, auch lange Touren schnell und sportlich zurückzulegen, ohne dass danach der ganze Körper schmerzt. – Gut, vielleicht spürt Pädu diesen Vorteil mit über 50 mittlerweile auch etwas stärker 😉.

Fausto Pinarello hat allerdings versprochen, dass 2027 auch die Profis bei gewissen Rennen auf das Dogma X zurückgreifen werden.

Wir können verstehen, warum.

Du möchtest das neue Pinarello Dogma X selbst erleben? Dann komm bei uns im Shop vorbei und teste es.

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