Hope 1000 - Ein besonderes Abenteuer
Vor einigen Monaten haben wir im Blog erzählt, dass sich Roman - unser Mann fürs Bikefitting - auf das Hope 1000 vorbereitet. Inzwischen liegt das Abenteuer hinter ihm – und was er dabei erlebt hat, lässt sich kaum in Zahlen fassen. Ein Rückblick auf 1004 Kilometer, über 30'000 Höhenmeter und unzählige unvergessliche Momente.

Vor einigen Monaten hatten wir in unserem Blog Roman Aeschbacher – unser Mann fürs Bikefitting - vorgestellt. Damals hatten wir bereits angeteasert, dass er sich auf ein ganz besonderes Ziel vorbereitet: das Hope 1000.
Und jetzt ist es soweit: Roman hat es geschafft.
Was für eine Leistung das ist, wird erst klar, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft:
- 1004 Kilometer
- 30'428 Höhenmeter
- 4 Tage, 19 Stunden und 47 Minuten unterwegs
Zusammen mit 91 weiteren Teilnehmenden nahm Roman das diesjährige Hope 1000 in Angriff. 50 Fahrerinnen und Fahrer erreichten schliesslich das Ziel in Montreux – Roman fuhr als Gesamtzwölfter ins Ziel. Eine unglaubliche Leistung!
Mehr Abenteuer als Rennen
Wer das Hope 1000 nicht kennt: Es handelt sich um ein Bikepacking-Abenteuer quer durch die Schweiz – von Romanshorn bis nach Montreux. Gefahren wird grösstenteils auf Schotterwegen, Trails und abgelegenen Pfaden. Jeder Teilnehmer ist auf sich alleine gestellt, plant seine Verpflegung und Schlafpausen selbst und trägt seine gesamte Ausrüstung am Bike mit.
Und genau das machte für Roman den besonderen Reiz aus.
Das Faszinierende für mich ist, dass ein solcher Wettkampf nicht komplett planbar ist. Es braucht immer wieder neue Entscheidungen, Pläne müssen geändert werden und man muss sich permanent auf neue Situationen einstellen.
Jeder fährt sein eigenes Rennen. Man begegnet sich unterwegs, spricht miteinander, fährt vielleicht einige Kilometer gemeinsam – und irgendwann trennen sich die Wege wieder.
Das perfekte Setup?

Für das Abenteuer setzte Roman auf sein Specialized Epic World Cup mit einem Roval Control SL VI Solix Laufradsatz, einer SRAM X0 AXS Schaltung und einer Force Kurbel mit 165 mm Kurbelarmlänge.
Beim Gepäck galt die Devise:
So viel wie nötig und so wenig wie möglich – und ein wenig Komfort.
Mit dabei waren unter anderem Ersatzbekleidung, Regenausrüstung, Merino-Kleidung, Licht, Powerbank, Reparaturmaterial, Notfallausrüstung und natürlich immer wieder genügend Verpflegung.
Besonders spannend: Mit dem ersten Akku seiner elektronischen Schaltung kam Roman ganze 620 Kilometer weit und über die gesamte Distanz benötigte er lediglich einen Satz metallischer Bremsbeläge.
Nach dem Abenteuer hat Roman nun ein vollständiges Bild davon, was bereits hervorragend funktioniert hat – und wo noch Optimierungspotenzial besteht. Im Nachhinein würde er bei einem ähnlichen Projekt statt eines Dropbar- eher auf einen klassischen Mountainbike-Lenker setzen. Gerade in langen und ruppigen Abfahrten musste er häufig mit Griff im Unterlenker fahren, um genügend Kontrolle zu behalten. Über viele Stunden hinweg belastete das Arme und Hände stärker als nötig. Mit dem restlichen Setup war er jedoch sehr zufrieden.
Eine Frage des Tempos
Das Hope 1000 ist kein Sprint. Es geht darum, die eigene Geschwindigkeit zu finden und diese möglichst konstant über Tage hinweg aufrechtzuerhalten. Für Roman bedeutete das, die langen Anstiege meist mit einer Leistung von rund 180 bis 210 Watt zu fahren. Auch diese Erkenntnis, dass er diese Leistung den ganzen Tag so aufbringen kann, konnte er erst unterwegs machen.
Ebenso wichtig: kluge Entscheidungen treffen. Ab etwa 17 Prozent Steigung entschied sich Roman oft bewusst dafür, das Bike zu schieben. Das ist effizienter, braucht weniger Kraft und ermöglicht dem Körper eine andere Belastung.
Auch die Abfahrten hatten eine wichtige Funktion: regenerieren, essen, trinken und möglichst viel Energie für die kommenden Anstiege sparen. Denn irgendwann schleichen sich Gedanken ein:
Braucht es diesen Aufstieg wirklich? Ich kenne einen direkteren Weg...
Für Roman war klar: Ja, jeder zusätzliche Höhenmeter gehört dazu. Schliesslich absolvieren alle dieselbe Strecke.
Die kleinen Dinge machen den Unterschied
Über die gesamte Distanz war Roman insgesamt 74 Stunden in Bewegung. Sein Garmin berechnete einen Kalorienverbrauch von knapp 40'000 Kalorien, einen Schweissverlust von über 42 Litern und Temperaturen von bis zu 37 Grad.
Doch Zahlen erzählen nur einen kleinen Teil der Geschichte.

Die eigentlichen Erinnerungen entstanden unterwegs:
- Wenn die Sonne aufgeht und man bereits seit Stunden auf dem Bike sitzt.
- Wenn sie wieder untergeht und man noch immer in die Pedale tritt.
- Wenn plötzlich ein Fuchs auf einem Kiesweg einige Meter mitläuft.
- Wenn Murmeltiere pfeifen, Rehe am Waldrand grasen oder die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel erreichen.
Besonders wertvoll war für Roman die Unterstützung seiner Familie, ihn teilweise auf dem Gravelbike und mit dem Kindervelo in der FollowMe Tandemkupplung begleitete. Dazu kamen unzählige Nachrichten von Freunden, Arbeitskollegen und Bekannten.
Genau diese Momente wurden zu den grössten Motivationsboostern.
Der lange letzte Tag
Die letzte Nacht verbrachte Roman an der Lenk. Der Plan für den Tag: Noch einmal alles geben und direkt bis nach Montreux fahren. Eigentlich wollte er um 03:30 Uhr aufstehen. Um 03:00 Uhr lag er jedoch bereits wach im Bett und dachte sich:
Besser wird's nicht. Los geht's.
Um 03:40 Uhr rollte er los. Es folgten fast 23 Stunden mit nur zwei kurzen Stopps für Verpflegungseinkauf und einer rund 40-minütigen Abendessenspause.

Um 02:22 Uhr nachts war es schliesslich geschafft: Roman erreichte Montreux und schnappte sich ein müdes, aber glückliches Selfie mit der berühmten Statue von Freddie Mercury.
Das Ziel war erreicht.
Zurück im Shop
Bereits am Freitagmorgen, 30 Stunden nach Zielankunft in Montreux, stand Roman wieder bei uns im Shop.
Vielleicht nicht ganz so frisch wie sonst – aber mit einem Lächeln im Gesicht und genügend Energie, um für unser Sommer-Fotoshooting bereits wieder einige Kurbelumdrehungen zu absolvieren.
Wir ziehen den Hut vor dieser aussergewöhnlichen Leistung und freuen uns schon jetzt darauf zu erfahren, welches Abenteuer Roman als Nächstes ins Auge fasst.
Bravo Roman!












































